SOROPTIMIST International Deutschland

Der SI Club Hameln/Pyrmont

Am 2. Juni 1984 wurde der Soroptimist International Club Hameln/Pyrmont von 22 Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren gechartert.

Die Charterurkunde überreicht Gé de Vries aus den Niederlanden.

Ihr Club Hoorn wurde einige Jahre später unser erster Friendship Link. Als Friendship Links kamen in den darauffolgenden Jahren noch der Club Herning aus Dänemark und der Club Silute aus Litauen hinzu.

„Freundschaft zwischen Frauen und Verständigung zwischen den Völkern sind die Grundsätze des Soroptimistischen Gedankens.“ (Gisela Freudenberg, Präsidentin SI Deutschland im Jahr 1984, in Ihrer Rede im Rahmen unserer Charterfeier)

Diesen soroptimistischen Gedanken wollen wir durch unsere Projekte voranbringen. Unsere verschiedenen Aktivitäten zeigten und zeigen den Einsatz von allen Clubschwestern. So sind wir in Freundschaft, Toleranz und Respekt seit 30 Jahren verbunden. 

Heute sind wir 43 Clubschwestern im Alter von Ende 30 bis Anfang 90 Unabhängig von teilweise großen Altersunterschieden und unterschiedlichen Lebenserfahrungen haben wir eines gemeinsam: Wir wollen gemeinsam die Grundsätze des soroptimistischen Gedankens verfolgen und voranbringen – Freundschaft unter Frauen und Völkerverständigung!

 

Wie begann alles?

Es begann 1982 mit einer Information zur Gründung eines Soroptimist International Clubs Hameln/Pyrmont. Zwei Vertreterinnen des Clubs Detmold Lippe luden zu einem ersten Treffen in Hameln ein. Bekannt war beiden Damen damals lediglich eine unserer heutigen Clubschwestern. Weitere 8 interessierte Frauen, die sich zum Teil untereinander kannten, kamen zum ersten Treffen. Bei dem zweiten Treffen waren es bereits 15 Damen.

Die regelmäßigen Treffen fanden einmal im Monat statt und daneben die ersten sogenannten Lustmeetings in den Wohnungen. Die gemeinsamen Treffen waren geprägt durch Lebensberichte und Vorträge aus den eigenen Reihen. Langsam wuchs ein Club mit seinem eigenen Clubleben.

Schon vor der Charterfeier wurden die erste Aktivitäten gestartet. Unter anderem ein Küchenverkauf vor dem Laden einer Clubschwester bei einem Hamelner Altstadtfest. Von dem Erlös wurden therapeutische Bälle für Kinder mit Behinderung gespendet.

In dieser Anlaufzeit vor der Charterfeier lernten sich die Clubschwestern in ihrer Vielseitigkeit der Berufe, in der Kreativität für Aufgaben und der Unterschiedlichkeit der Charaktere besser kennen.

 

Streiflichter aus der Geschichte von Soroptimist International Deutschland

Der erste deutsche Soroptimist International Club wurde am 13. Januar 1930 in Berlin gegründet.

Initiatorin war die Chirurgin Dr. Edith Peritz. Der Club hatte schon bald um die vierzig Mitglieder und etablierte sich als Teil des kulturellen Lebens.

Schon in der Gründungsphase von SI Deutschland spielte der Netzwerkgedanke eine entscheidende Rolle. Es begann mit einem beruflichen Netzwerk zwischen der französischen Chirurgin Suzanne Noel, die 1925 den ersten SI-Club in Paris gründete und der deutschen Chirurgin Edith Peritz, wodurch es 1930 zur Gründung des ersten Clubs in Berlin unter dem Namen „SI-Club Berlin - Club berufstätiger Frauen“ kam. Man traf sich zu Vorträgen über Kultur, Kunst und Zeitfragen, heute unter dem Begriff „gesellschaftspolitisch relevante Themen“ subsumiert. Und man suchte 12 Jahre nach dem Krieg den Kontakt zum Ausland.

Ein Club mit internationalen Verbindungen und zahlreichen Clubschwestern jüdischer Herkunft passte aber nicht in die Ideologie des Nationalsozialismus und konnte daher ab 1933 nicht mehr offiziell als Club fungieren. Man traf sich zwar weiterhin regelmäßig in telefonisch unverdächtiger Einladung zum „Kränzchen“. Viele jüdische Clubschwestern mussten damals emigrieren, einige konnten von Clubschwestern versteckt werden, einige konnten aber auch nicht gerettet werden.

1951 erfolgte durch Fürsprache von dänischen und niederländischen Clubschwestern die Neugründung des Berliner SI-Clubs und 1952 mit Gründung des zweiten Clubs in Frankfurt die Bildung der Deutschen Union. Damit auch im gleichen Jahr die offizielle Teilnahme am Weltkongress in Kopenhagen.

1963 wurde von der damaligen Unionspräsidentin Leni Neuenschwander der Soroptimist-Hilfsfonds gegründet, der seither von den deutschen Clubmitgliedern mit 15,00 € pro Jahr finanziert wird. Der Verein unterstützt u. a. die Aus- und Weiterbildung von Frauen und Mädchen, sowie die Internationale Verständigung.

Anfang der 70iger Jahre hatte die Deutsche Union erst 22 Clubs, aber trotzdem wurde erstmals eine deutsche Clubschwester - Sigrid Oechelhäuser - zur Europäischen Föderationspräsidentin gewählt.

Mit dem Fall der Mauer 1989 wuchs die Zahl der deutschen Clubs auch in den neuen Bundesländern sprunghaft an, die erste Clubgründung dort erfolgte 1993 in Dresden.

Aktuell hat Soroptimist International Deutschland 208 Clubs mit mehr als 6.300 Mitgliedern. (Stand: Oktober 2014)